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Bürgerstiftung freut sich über eine 6000-Euro-Spende

Bürgerstiftung freut sich über eine 6000-Euro-Spende

Firma Verpa drückt so Verbundenheit zur Region aus — Kunststoffbranche ist stark, aber das Image leidet derzeit

GUNZENHAUSEN — Landrat Gerhard Wägemann und Raiffeisenbank-Chef Wilfried Wiedemann haben von Berufs wegen viel mit den heimischen Firmen zu tun. In die Industriestraße 18 in Gunzenhausen kamen sie nun aber in an anderer Funktion — und als Geldempfänger.
Die Unternehmensgruppe Verpa ließ der Bürgerstiftung Weißenburg-Gunzenhausen 6000 Euro zukommen. Der Betrag stammte von ursprünglich 15000 Euro, die am Verpa-Stammsitz Weidhausen (Oberfranken) „zusammengekommen“ waren. Wie Inhaber André Baumann berichtete, verzichtete das Unternehmen 2018 weitgehend auf Weihnachtsgeschenke, so wurde einiges eingespart. Außerdem sammelten die Auszubildenden Spenden, indem sie ihre Kollegen an bestimmten Tagen kulinarisch verwöhnten, zum Beispiel mit Smoothies und Obstsalat. Aus diesen Aktionen stammten 2000 Euro. Schließlich erbrachte die Tombola an der Weihnachtsfeier der Firma rund 1000 Euro.
Das Geld wollte die Geschäftsleitung der Verpa-Gruppe für gute Zwecke verwenden, und zwar an den drei Standorten Weidhausen, Gunzenhausen und Wroclaw in Polen. In der Altmühlstadt entschied man sich für die Bürgerstiftung Weißenburg-Gunzenhausen. Sie fördert auf vielen Gebieten und in vielen Orten Projekte und Initiativen, die das gesellschaftliche Leben in Altmühlfranken auszeichnen und bereichern. Darüber entscheidet in regelmäßigen Sitzungen der Stiftungsrat, dem Vertreter des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft angehören. Im dreiköpfigen Stiftungsvorstand sind unter anderem Landrat Wägemann und Raiba-Vorstand Wiedemann aktiv. Die regionale Raiffeisenbank verwaltet die Stiftung und steht ihr in vielerlei Hinsicht unterstützend zur Seite.
Über die 6000 Euro werde man wie immer sorgfältig beraten und entscheiden und den Verpa-Wunsch, etwas für die Jugend zu tun, dabei selbstverständlich im Hinterkopf haben, sicherten die beiden Stiftungsvertreter ihren Gastgebern André Baumann und Werkleiter Marco Stenglein zu.
Verpa zählt 538 Mitarbeiter, allein der Standort Gunzenhausen kommt auf 238 Beschäftigte. Ein wichtiges Rückgrat der Firma sind die 53 Auszubildenden. Das Unternehmen gehört zur Kunststoffbranche und produziert PE-Folien für vielfältige Zwecke. Die Folien werden auf Wunsch auch bedruckt. Das Spektrum der Erzeugnisse reicht von der endlosen Rollenware bis zu kundenspezifisch maßgeschneiderten Konfektionsprodukten wie etwa Folienbeutel. Aushängeschild sind die Verpalin-Produkte, die bis heute den Grundstock des unternehmerischen Erfolgs bilden.

Man gehe effizient vor, tüftele dauernd an Verbesserungen und wolle so wenige Ressourcen wie möglich verbrauchen, betonte Baumann. Die Folien, die Verpa herstellt, würden beispielsweise immer dünner. Die technologischen Verbesserungen könne man künftig eventuell in Kooperation mit der Hochschule Ansbach weiter vorantreiben. Baumann und Stenglein verwiesen auf die starke Stellung der Kunststoffbranche und die vielen Arbeitsplätze gerade im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Das solle eigentlich ein gutes Image der Firmen selbstverständlich sein, doch derzeit spüre die gesamte Branche in Deutschland Gegenwind wegen der Diskussion über zu viele Kunststoffverpackungen, deren „Export“ ins Ausland bis nach Südostasien und die Plastikflut in den Meeren. Diese derzeit dominierende Debatte ist auch dem Landrat und dem Raiffeisenbank-Vorstand bewusst. Ihnen ist aber auch klar, dass Verpa Gunzenhausen zu den großen und erfolgreichen Unternehmen der Region gehört, in vielerlei Hinsicht positiv auf sich aufmerksam macht und wirtschaftlich glänzende Jahre hinter sich hat.
Und noch ein Aspekt wurde bei dem Gespräch angerissen. Die Gunzenhäuser Verpa-Mitarbeiter kommen aus 20 verschiedenen Ländern, man kann sie sozusagen als einen „bunten Haufen“ betrachten, der reibungslos zusammenarbeitet. Das sei gar nicht so selbstverständlich, erklärte Marco Stenglein. Und auch wenn die Belegschaft eine beachtliche Größe erreicht hat, kennt der Werkleiter noch alle seine Mitarbeiter. Verpa verstehe sich als Familienunternehmen mit persönlicher Note. Das werde auch so bleiben, hörten die Repräsentanten der Bürgerstiftung zum Abschied.

Verpa-Inhaber André Baumann (2. von links) und Werkleiter Marco Stenglein (2. von rechts) überreichten an die Bürgerstiftung 6000 Euro. Das freute natürlich die beiden Empfänger und Stiftungsvorstände Gerhard Wägemann und Wilfried Wiedemann. Bericht und Foto: Wolfgang Dressler