Bewusst wertschätzen

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zum Bäcker und bezahlen 30 Euro für ein Laib Brot oder Sie haben nur ein einziges Mal im Jahr die Gelegenheit ein Stück Fleisch zu essen. Nehmen wir an, Sie müssten alles, was Sie essen in mühevoller Arbeit selbst erzeugen oder um ein Glas Wasser zu trinken, erst 10 km in die nächstgelegene Großstadt laufen. Wie würden Sie dann mit  der wertvollen Ressource „Lebensmittel“ umgehen?

Was in manch anderen Ländern der Welt zum Alltag gehört, scheint für uns undenkbar. Wir leben in einer Überflussgesellschaft. Was nichts kostet, ist oft nichts wert. Auf was wir gerade Lust haben ist meist ohne jeglichen Aufwand, schnell und in beliebiger Menge verfügbar – unabhängig von Jahreszeit oder Herkunftsland. Wir verlieren zunehmend den Bezug zu unseren Nahrungsmitteln, zur Urproduktion, dem damit verbundenen Ressourcenverbrauch und der geleisteten Arbeitskraft, die tagtäglich eingesetzt wird, um uns alle zu versorgen. Die Folgen für Umwelt, Klima, Gesundheit und Wirtschaft sind enorm.

Es lohnt sich daher in jeglicher Hinsicht wieder mehr Wertschätzung im Umgang mit Lebensmitteln zu üben!

Tipps für mehr Wertschätzung

Bewusst wahrnehmen

  • Nehmen Sie sich etwas Zeit und machen Sie sich täglich bewusst, woher die Lebensmittel, die Sie gerade einkaufen bzw. konsumieren stammen und welcher Aufwand mit der Erzeugung verbunden war (Verbrauch von Ressourcen wie Wasser und Ackerfläche, Arbeitskraft, Transportweg, Verpackung usw.).

Interesse zeigen

  • Informieren Sie sich über die von Ihnen gekauften Lebensmittel (u. a. Inhalt, Herstellungsort, – verfahren und -bedingungen) bevor sie blindlings ins Regal greifen.
  • Werfen Sie, wenn möglich, auch einmal einen Blick hinter die Kulissen der Produktion (z. B. Betriebsbesichtigungen) oder tauschen Sie sich aus erster Hand mit Erzeugern über deren Arbeit aus (z. B. Direktvermarkter/Landwirte).

 Angemessene Bezahlung

  • „Geiz ist geil!“ Diese Einstellung hat leider auch vor dem Lebensmittelsektor keinen Halt gemacht und diesen in wesentlichen Punkten negativ beeinflusst. Zeigen Sie Wertschätzung für Nahrungsmittel in dem Sie auch bereit sind, angemessene Preise für deren Erzeugung zu bezahlen.

Richtige Signale senden

  • Verschmähen Sie keine Lebensmitteln, nur weil Sie nicht perfekt aussehen. Greifen Sie bewusst auch mal zur krummen Gurke oder dem Spargel, der nicht der Größennorm entspricht.
  • Lassen Sie Ihren Supermarkt , Bäcker oder Metzger wissen, dass Sie es sehr wohl akzeptieren, am Abend keine riesige Auswahl mehr an Brot, Wurst oder Gemüse zu bekommen.

„Mitnehmen bitte!“

  • Lassen Sie sich Essensreste im Restaurant für den späteren Verzehr Zuhause einpacken und zeigen Sie damit, dass es Ihnen nicht egal ist, was mit dem übrigen Rest letztendlich passiert.

Seien Sie Vorbild

  • Gerade für Kinder ist es wichtig, bereits frühzeitig einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln zu erlernen. Doch auch unsere Gesellschaft braucht Mulitplikatoren, um dieses wichtige Thema wieder mehr in den Fokus zu rücken.

Wissenswertes rund um das Thema

Wissenswertes rund um das Thema Lebensmittelwertschätzung ist auch auf der Internetseite des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung zu finden.

https://www.lebensmittelwertschaetzen.de/

Veranstaltungstipp

Mittwoch, 19. August 2020

 „Woher kommt mein Essen?“ Kreisbäuerin und Stiftungsrätin Helga Horrer lädt zum Erlebnisbauernhof nach Mischelbach bei Pleinfeld ein.

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